Wo die Costa del Sol genau bzw. offiziell anfängt und wo sie aufhört ist nicht ganz einfach herauszufinden.
Anfangs war die Costa del Sol der Küstenstreifen zwischen Torremolinos und Estepona (siehe Bild unten).
Später erweiterte man die Grenzen bis zu dem Punkt, an dem man die Küste von Granada und die Westküste
von Cádiz einbeziehen wollte. Kurz danach folgte eine Unterscheidung aus Werbegründen - die Ostküste
bekam den Namen Costa de Almeria. Danach wurde die Küste von Granada als Costa Tropical bezeichnet, und die
Küste von Cádiz und Huelva wurde Costa de la Luz genannt.
Aber immer noch sind die Grenzen der Costa del Sol umstritten. In einer relativ frisch herausgegebenen
Landkarte der Junta de Andalucía dehnt sich die Costa del Sol von Granada bzw. Salobreña bis zu dem Ort aus, an dem
das Mittelmeer und der Atlantik aufeinandertreffen.
Etwas konkreter und auch auf den meisten Karten derzeit so oder so ähnlich eingezeichnet, definierte die
National Geographik Society die Grenzen der Costa del Sol vom Westen, Gibraltar bis in den Osten nach Nerja
(siehe Bild oben).
Den ersten Grundstein für den Tourismus in diesem Gebiet hat R. Soriano bereits im Jahre 1946 gelegt. Er erbaute
damals einen kleinen Gasthof in Form von Bungalows in dem heute so noblen und weltweit bekannten Marbella an der
westlichen Costa del Sol. Kurze Zeit später erbaute Prinz von Hohenlohe kleine Ferienhäuser, brachte
den europäischen Adel nach Marbella und gründete auch den berühmten
Marbella Club . Das Bild auf der rechten Seite zeigt den Strand von Estepona Anfang
der sechziger Jahre, der damals hauptsächlich von Andalusiern aus Córdoba und aus Sevilla, später von
Engländern genutzt wurde. Estepona gilt heute ebenso wie Marbella als Nobelort, in dem es heute ebenfalls viele
erstklassige und dementsprechend teure Hotels.
Der deutsche Reiseführer "Baedecker" schreibt: "Die Costa del Sol umfaßt praktisch die gesamte andalusische
Mittelmeerküste und reicht vom Cabo de Gata, wo die Costa Blanca endet, bis zur Südspitze Spaniens bei Tarifa, wo
sie in die Costa de la Luz übergeht."
Tourismus an der Costa del Sol
Nach dem Aufschwung in Marbella begann auch u.a. in Torremolinos das Hotel- und Gaststättengewerbe aufzublühen. Leider
entstanden auch die riesigen Bettenburgen, die viel Teile der Landschaft noch heute so häßlich
erscheinen lassen.
Oili Westerstrad empfing als erste Reiseleiterin an der Costa del Sol am 20. Oktober 1959 auch die erste Chartermaschine,
die auf der frisch asphaltierten Rollbahn des Flughafens in Málaga landete. Hätte die Finnin damals gewußt, welcher Reiseboom
in den nächsten Jahrzehnten auf die Costa del Sol einbrechen würde, sie hätte sich wahrscheinlich
nach einer anderen Arbeit umgesehen.
Der Flughafen von Málaga in den sechziger Jahren.
Andere Küstenorte, wie z.B. Nerja, das sich weiter östlich (ca. 50 km) vom Flughafen
Málagas befindet, konnten ihre Schönheit im Großen und Ganzen bis heute bewahren.
Unterschiedliche Faktoren begünstigten die Explosion des Tourismus, u.a. das Gesetz über die
wirtschaftlichen Neuordnung, das auch heute noch starke Umsätze verzeichnende Immobiliengeschäft und vor
allem die billigen Charterflüge (z.B. Frankfurt - Málaga hin und zurück 127,- Euro). Die Anzahl an
sonnenhungrigen Touristen stieg immer mehr an bis zu den siebziger Jahren, in denen vor allem die Ölkrise
einen sehr starken Rückgang verursachte. Viele Reiseveranstalter gingen Pleite und die Hotels mußten
ihre Preise sehr niedrig, oft viel zu niedrig, halten, um überhaupt überleben zu können.
Der wohl bekannteste Strandabschnitt Nerjas.
Das Hotelpersonal litt am meisten unter dieser Krise, denn die Löhne wurden drastisch gesenkt, bis hin zu
Entlassungen, da die Angestellten nicht mehr zu bezahlen waren. Dies und anderes führte zu einer hohen Arbeitslosigkeitsrate,
die auch heute leider noch in Andalusien herrscht.
Seit einigen Jahren hat das Hotel- und Gaststättengewerbe wieder angefangen neu aufzublühen, und
es zeigt sich, daß der Tourismus und die Residentes wahrscheinlich die größten Geschäfte
der Zukunft sein werden, obwohl es dabei natürlich auch noch viele andere Probleme außer Arbeitslosigkeit
zu lösen gibt.
Quelle:
andalucia-online.de
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